Samenöle-Tabelle: Omega-6-Gehalt von 18 Ölen
Samenöle-Tabelle mit echten Werten: Linolsäure, Ölsäure, gesättigte Fettsäuren und ALA je 100 g für 18 Öle, dazu Rauchpunkt und übliche Verzehrmenge.
Omega-6 in 18 Ölen, absteigend sortiert
Samenöl ist keine einheitliche Kategorie: Distelöl und Traubenkernöl liegen bei rund 70 bis 75 g Linolsäure je 100 g, Rapsöl dagegen bei etwa 19 und High-Oleic-Sonnenblumenöl bei etwa 9. Die Tabelle zeigt Linolsäure (die wichtigste Omega-6-Fettsäure), Ölsäure, gesättigte Fettsäuren und Alpha-Linolensäure (ALA, das pflanzliche Omega-3) in Gramm je 100 g Öl, dazu den ungefähren Rauchpunkt und die Menge, in der das Öl tatsächlich gegessen wird.
| Öl | Linolsäure (Omega-6) | Ölsäure | Gesättigt | ALA (Omega-3) | Rauchpunkt | Übliche Verzehrmenge |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Distelöl, linolsäurereich | 75 g | 13 g | 6 g | 0 g | ~230 °C | Dressings; kleine Mengen |
| Traubenkernöl | 70 g | 16 g | 10 g | 0,1 g | ~215 °C | Dressings, kurzes Anbraten; kleine Mengen |
| Sonnenblumenöl, linolsäurereich | 66 g | 20 g | 10 g | 0 g | ~225 °C | Braten, Fertigsnacks; kann viel werden |
| Hanföl | 56 g | 11 g | 10 g | 17 g | ~165 °C | Kalt über das Essen; wenig |
| Maiskeimöl | 54 g | 28 g | 13 g | 1 g | ~230 °C | Frittieren, Margarine; kann viel werden |
| Walnussöl (Nuss, kein Samen) | 53 g | 23 g | 9 g | 10 g | ~160 °C | Zum Abschmecken; wenig |
| Baumwollsaatöl | 52 g | 18 g | 26 g | 0,2 g | ~215 °C | Industriefritteusen, Gebäck; kaum sichtbar |
| Sojaöl | 51 g | 23 g | 15 g | 7 g | ~230 °C | Weltweit das meistproduzierte Speiseöl; viel |
| Kürbiskernöl | 50 g | 30 g | 18 g | 0,5 g | ~160 °C | Steirisch, kalt über Salat; wenig |
| Sesamöl, raffiniert | 41 g | 40 g | 14 g | 0,3 g | ~210 °C | Wok und Würze; wenig bis mittel |
| Reiskeimöl | 34 g | 39 g | 20 g | 1,6 g | ~230 °C | Braten; mittel |
| Erdnussöl (Hülsenfrucht) | 32 g | 46 g | 17 g | 0 g | ~230 °C | Frittieren; mittel |
| Rapsöl | 19 g | 63 g | 7 g | 9 g | ~205 °C | Das Standardöl im deutschen Haushalt; viel |
| Leinöl | 14 g | 19 g | 9 g | 53 g | ~105 °C | Nie erhitzen, zu Quark und Pellkartoffeln; wenig |
| Avocadoöl (Frucht) | 13 g | 68 g | 12 g | 1 g | ~250 °C | Hohe Hitze; mittel |
| Olivenöl nativ extra (Frucht) | 10 g | 71 g | 14 g | 0,8 g | ~190 °C | Fast alles; oft das Hauptfett |
| Sonnenblumenöl, High Oleic | 9 g | 82 g | 8 g | 0 g | ~225 °C | Industrielles Frittieren, Chips; kann viel werden |
| Kokosöl (Samen der Frucht) | 2 g | 6 g | 87 g | 0 g | ~175 °C | Backen, Anbraten; wenig bis mittel |
Fünf Zeilen stehen nur zum Vergleich in der Tabelle und sind gar keine Samenöle: Walnuss ist eine Nuss, Erdnuss eine Hülsenfrucht, Oliven- und Avocadoöl werden aus dem Fruchtfleisch gepresst, Kokosöl stammt aus dem Kern der Frucht. Wo genau die Grenze verläuft, klärt Which Oils Are Not Seed Oils? A Clear List sauberer, als es die meisten Tabellen tun.
Was die vier Fettsäure-Spalten bedeuten
Alle Werte sind Gramm je 100 g Öl. Da Öl praktisch reines Fett ist, kannst du sie zugleich als Prozent lesen. Die vier Spalten summieren sich nicht auf 100, weil jedes Öl zusätzlich kleinere Fettsäuren enthält, die die Tabelle nur unübersichtlich machen würden.
Linolsäure ist die Omega-6-Fettsäure, um die gestritten wird. Sie ist essenziell, dein Körper stellt sie also nicht selbst her, und sie ist der Ausgangsstoff für Arachidonsäure, die vor mehreren Signalmolekülen mit Bezug zu Entzündungsprozessen steht. Ölsäure ist die einfach ungesättigte Fettsäure, die Olivenöl, Avocadoöl, Rapsöl und die High-Oleic-Sorten dominiert. Die Spalte "gesättigt" fasst Palmitin-, Stearin-, Laurinsäure und weitere zusammen.
ALA ist das pflanzliche Omega-3 und ersetzt EPA und DHA aus fettem Seefisch nicht: Der Körper wandelt nur einen bescheidenen und individuell schwankenden Anteil um. Deshalb sieht Leinöl in dieser Spalte beeindruckend aus, ohne ein gleichwertiger Ersatz für Hering oder Makrele zu sein. Das Verhältnis der beiden Omega-Spalten ist die Zahl, nach der viele suchen, und es ist eine ehrlich gesagt umstrittene Kennzahl, wie Which Cooking Oils Cause Inflammation? The Evidence im Detail zeigt.
Die Spanne innerhalb der Kategorie ist größer als die Kategorie
Lies die Tabelle von oben nach unten, und der Begriff "Samenöl" beschreibt keine Zusammensetzung mehr. Distelöl mit 75 und High-Oleic-Sonnenblumenöl mit 9 sind beide Samenöle. Rapsöl ist ein Samenöl, das überwiegend einfach ungesättigt ist und mehr Omega-3 liefert als fast alles andere Pflanzliche in einer normalen Küche. Baumwollsaatöl ist ein Samenöl mit auffällig viel gesättigtem Fett.
Zwei Samen erklären den größten Teil der Verwirrung. Sonnenblume und Distel werden in einer linolsäurereichen und einer ölsäurereichen Variante verkauft, die von unterschiedlichen Sorten derselben Pflanze stammen, und die Flaschen sehen fast gleich aus. Eine Chipstüte mit der Angabe "Sonnenblumenöl" kann beides bedeuten. In der industriellen Fritteuse setzt sich High Oleic zunehmend durch, weil es wiederholtes Erhitzen besser übersteht.
Was ein hoher Omega-6-Wert belegt und was nicht
Ein hoher Linolsäurewert sagt dir, wie das Öl zusammengesetzt ist. Er belegt für sich genommen nicht, dass das Öl schädlich ist. Genau diesen Absatz sparen sich die meisten Tabellen, und er ist der wichtigste.
Die mechanistische Überlegung ist real: mehr Linolsäure in der Nahrung bedeutet mehr Ausgangsmaterial für Arachidonsäure und die daraus gebildeten Eikosanoide. Schwierig wird es, sobald man das direkt prüft. Kontrollierte Ernährungsstudien, die die Linolsäurezufuhr erhöhen und danach Entzündungsmarker im Blut messen, fanden überwiegend nicht den konsistenten Anstieg, den der Mechanismus nahelegt. Gepoolte Auswertungen langfristiger Ernährungsdaten fanden überwiegend keinen Zusammenhang zwischen höherer Linolsäurezufuhr und schlechteren Herz-Kreislauf-Verläufen, mehrere deuten sogar in die andere Richtung. Die Gremien, die Ernährungsempfehlungen schreiben, haben dieselbe Evidenz gesichtet und keine Einschränkung abgeleitet.
Offen bleibt etwas Engeres, und das gehört klar gesagt. Der Verbrauch dieser Öle ist im vergangenen Jahrhundert stark gestiegen, eine Veränderung ohne lange Beobachtungsdaten. Mehrfach überhitztes Frittierfett bildet Oxidationsprodukte, die eine andere Frage sind als die Fettsäure selbst. Und kaum etwas davon wurde gegen den Endpunkt geprüft, der dich interessiert, nämlich wie du dich im Alltag fühlst. "Nicht als schädlich belegt" ist nicht dasselbe wie "als unbedenklich belegt", und wer dir einen der beiden Sätze mit voller Überzeugung verkauft, ist der Datenlage voraus.
Der Rauchpunkt ist eine andere Achse
Rauchpunkt und Omega-6-Gehalt sind unabhängige Spalten, werden aber ständig vermischt. Raffinieren hebt den Rauchpunkt fast jedes Öls, weshalb ein raffiniertes Sonnenblumenöl mehr Hitze aushält als natives Olivenöl und dabei ein Vielfaches an Omega-6 mitbringt. Gleichzeitig oxidieren mehrfach ungesättigte Fette leichter, wenn lange erhitzt wird, wenn die Flasche durchsichtig ist oder wenn sie im warmen Schrank über dem Herd steht, und das passiert weit unterhalb des Rauchpunkts. Die vollständige Gegenüberstellung steht in der Cooking Oil Smoke Point Chart for 20 Oils.
Die Spalte, die niemand druckt: die Menge
Fünfzehn Gramm Traubenkernöl im Dressing liefern etwa zehn Gramm Linolsäure. Eine Portion Frittiertes aus der Imbissfritteuse kann ein Vielfaches liefern, ohne an einer Stelle aufzutauchen, an der du nachsehen würdest. Deshalb ist die letzte Spalte für die meisten Menschen wichtiger als die erste: Öle mit den höchsten Prozentwerten werden häufig in den kleinsten Mengen gegessen, die mittleren dagegen kellenweise.
Das meiste kommt nicht aus der Flasche in deiner Hand, sondern aus Mayonnaise, fertigen Dressings, Gebäck, Crackern, Restaurantsaucen und allem Frittierten. In der EU muss die Zutatenliste die konkrete pflanzliche Herkunft nennen, du liest also "Pflanzenöl (Raps, Sonnenblume)" statt einer Sammelbezeichnung. Die Nährwerttabelle ist verpflichtend je 100 g, weist "Salz" statt Natrium aus und hat keine eigene Zeile für zugesetzten Zucker; über Omega-6 sagt sie ohnehin nichts. Wenn du die Zahl bewegen willst, liegt der Hebel bei Fritteuse und Saucenglas, nicht beim Teelöffel für das Spiegelei.
In deutschen Küchen steht meist Rapsöl neben dem Herd, während Sonnenblumenöl häufiger in Fertigprodukten und Imbissfritteusen auftaucht. Eine Abschätzung fängt deshalb sinnvollerweise nicht bei der eigenen Flasche an, sondern bei der Häufigkeit von Frittiertem, Gebäck und fertigen Saucen. Dort entscheidet sich die Menge, und nicht bei der Sorte, die du zum Anbraten kaufst.
Warum deine Flasche von der Tabelle abweichen kann
Veröffentlichte Werte sind Mittelwerte. Sorte, Klima, Erntejahr und Raffination verschieben sie, und Mischungen werden großzügig etikettiert. Kaltgepresst und raffiniert aus demselben Samen können sich um mehrere Gramm je 100 g unterscheiden. Behandle jede Zeile als typischen Wert mit einer echten Spanne darum, nicht als Spezifikation, und werte einen einstelligen Unterschied zwischen zwei Ölen als Rauschen. Traubenkernöl ist der klarste Fall eines Öls, dessen Ruf seinen Daten vorauseilt, aufgeschlüsselt in Is Grapeseed Oil Healthy? The Omega-6 Question.
Wie du das in deinem eigenen Protokoll verfolgst
Ob irgendetwas davon für dich persönlich zählt, kann eine Tabelle nicht beantworten. NutriAI fotografiert die Mahlzeit, schätzt, was darauf liegt, vergibt eine Buchstabennote für das geschätzte entzündliche Potenzial und lässt dich anschließend Symptome eintragen, um über Wochen mögliche Muster zwischen beidem zu zeigen. Öl ist dabei offen gesagt der schwächste Teil der Schätzung: Ein Foto sieht nicht, wie viel Öl die Pfanne abgegeben hat, und Dressings und Saucen sind am schwersten zu lesen. Die Note ist eine Schätzung nach einem gleichbleibenden Raster, keine Messung, ein gezeigtes Muster ist eine Korrelation in deinem eigenen Protokoll und keine Diagnose, und die App ist kein Medizinprodukt. So verwendet beantwortet sie eine Frage, die keine Tabelle beantworten kann.
Worauf das beruht
- Öffentliche Lebensmittel-Datenbanken mit Fettsäureprofilen je 100 g Speiseöl
- Kontrollierte Ernährungsstudien, die Entzündungsmarker im Blut nach veränderter Linolsäurezufuhr messen
- Gepoolte Auswertungen von Beobachtungskohorten zu mehrfach ungesättigten Fetten und Herz-Kreislauf-Verläufen
- Fachliteratur zur Ölchemie über Raffination, Rauchpunktbestimmung und Oxidationsstabilität beim wiederholten Erhitzen
- EU-Lebensmittelinformationsverordnung zur Kennzeichnung je 100 g und zur Angabe der pflanzlichen Herkunft
Häufige Fragen
- Welches Samenöl enthält am meisten Omega-6?
- Linolsäurereiches Distelöl liegt meist vorn, mit rund 75 g Linolsäure je 100 g, danach folgen Traubenkernöl mit etwa 70 und linolsäurereiches Sonnenblumenöl mit etwa 66. Die High-Oleic-Varianten von Sonnenblume und Distel liegen deutlich niedriger, die Sortenangabe auf dem Etikett sagt also mehr aus als der Samen.
- Ist ein hoher Omega-6-Anteil schädlich?
- Das ist nicht belegt. Linolsäure ist eine essenzielle Fettsäure, kontrollierte Studien mit erhöhter Zufuhr zeigten überwiegend nicht den erwarteten Anstieg der Entzündungsmarker, und langfristige Ernährungsdaten verknüpften eine höhere Zufuhr überwiegend nicht mit schlechteren Herz-Kreislauf-Verläufen. Offen bleiben mehrfach überhitztes Frittierfett und das Ausmaß des historischen Anstiegs.
- Ist Rapsöl ein Samenöl?
- Ja, Rapsöl wird aus Rapssamen gepresst und gehört damit in die Kategorie. Seine Zusammensetzung ähnelt allerdings eher Olivenöl als Distelöl, mit rund 19 Gramm Linolsäure, 63 Ölsäure und 9 ALA je 100 g. Es ist das beste Beispiel dafür, wie wenig der Kategoriename vorhersagt.
- Welches Öl hat am wenigsten Omega-6?
- Kokosöl mit rund 2 g je 100 g, allerdings besteht es fast vollständig aus gesättigten Fettsäuren. Unter den vielseitigeren Ölen liegt High-Oleic-Sonnenblumenöl bei etwa 9, natives Olivenöl bei etwa 10 und Avocadoöl bei etwa 13.
- Kann ich Leinöl zum Braten nehmen?
- Besser nicht. Leinöl ist überwiegend mehrfach ungesättigt, hat einen sehr niedrigen Rauchpunkt und verdirbt schnell. Es ist als kaltes Öl gedacht, etwa zu Quark und Pellkartoffeln, und gehört nach dem Öffnen kühl und dunkel gelagert.